Bergseetauchen

Da das Wasser, wegen der geringen Temperaturen, oft kaum Schwebeteilchen enthält sind in Bergseen Sichtweiten von bis zu 60 Meter möglich. Über 700 Meter über Meer sollten spezielle Dekompressionstabellen verwendet werden, da der Luftdruck und damit der Druck unter Wasser abnimmt. Mit zunehmender Höhe müssen längere Dekompressionszeiten eingehalten werden, während sich die Nullzeit verkürzt. Auch kann es schneller zu einem Tiefenrausch oder Erschöpfung kommen. Je nach Jahreszeit kann es in Berg- oder Binnenseen sehr kalt sein, was einen entsprechenden Kälteschutz mit Halbtrocken- bzw. Trockentauchanzügen und kaltwassertaugliche Atemregler unumgänglich machen kann.

Eistauchen

Das Eistauchen findet in einem zugefrorenen See oder Meer unter der Eisdecke statt. Für den Einstieg wird ein Loch in die Eisdecke geschnitten. Ähnlich wie beim Höhlentauchen ist Eistauchen dadurch gefährlich, dass der Taucher nicht durch Auftauchen direkt zur Oberfläche gelangen kann. Auch die Unterkühlung des Tauchers und die Ventilvereisung der Atemregler führen immer wieder zu Tauchunfällen beim Eistauchen. Nur spezielle kaltwassertaugliche Atemregler sind für das Eistauchen geeignet.

Höhlentauchen

Beim Höhlentauchen wird zwischen Grottentauchen und Höhlentauchen unterschieden:

Beim Grottentauchen dringt der Taucher, aus dem Freiwasser kommend, innerhalb der direkten Sonnenlichtzone in eine kurze Höhle oder Grotte ein. Er hat also zum Ausgang und der Sonne immer direkten Sichtkontakt, und der Tauchgang beginnt und endet im Freiwasser. Typischerweise sind solche Tauchgänge an Küstengewässern möglich, in denen auch die frei eindringende Brandung oder Strömung dafür sorgt, dass keine problematischen Feinstaubschichten Sichtprobleme verursachen können.

Beim Höhlentauchen werden große Höhlensysteme betaucht und erforscht. Dabei dringen die Taucher bis zu mehreren Kilometern tief in eine Höhle ein. Wesentlicher Unterschied zum Grottentauchen ist der, dass direkt in die Höhle eingestiegen wird und kein offenes Wasser betaucht wird (Ausnahme: Quellteich vor dem Höhleneingang, z. B. Blautopf). Teilweise ist auch ein Wechsel von Höhlenbergsteigen und Höhlentauchen nötig, um zu den Höhlengewässern vordringen zu können. Oft ist das Höhlentauchen auch nur ein notwendiges Mittel, um Siphonstrecken zu überwinden, die den Weg zu tiefer liegende Bereiche einer Höhle versperren. Gefahren drohen beim Höhlentauchen z. B. durch plötzliche Hochwassereinbrüche (Einschluss des Tauchers bzw. extreme Verlängerung des Rückweges unter Wasser) oder durch Aufwirbelungen von Feinschlamm, der dem Taucher die Sicht, und damit die Orientierung, vollständig nehmen kann. Eine Leine mit Verbindung zum Ausgang ist daher Pflicht.

Während Grotten-Tauchen auch von normalen Sporttauchern sicher durchgeführt werden kann, braucht man für Höhlen-Tauchgänge eine umfangreiche Ausrüstung und besondere Tauchfertigkeiten. Diese kann man unter professioneller Anleitung in speziellen Höhlentauchkursen erlernen.

Nachttauchen

Um nachtaktive Tiere im Wasser zu beobachten, muss der Sonnenuntergang abgewartet werden. Entsprechende Taucherlampen helfen bei der Orientierung und der Beobachtung. Spezielle Tauchzeichen ermöglichen die Kommunikation der Taucher im Dunkeln. Beim Nachttauchen liegt ein besonderer Reiz darin, dass nur Objekte im Scheinwerferkegel gesehen werden können, alles andere verschwindet im Dunkeln. Tagaktive Tiere liegen schlafend am Grund oder in Verstecken, während die nachtaktiven Tiere auf Jagdzug gehen. Nachttauchgänge sollten grundsätzlich im Flachwasserbereich (5 m – 15 m) und als Nullzeittauchgänge durchgeführt werden.

Orientierung beim Tauchen

Die Orientierung unter Wasser stellt besondere Anforderungen an den Taucher: beschränkte Sichtweite, Schwierigkeiten, eine zurückgelegte Strecke einzuschätzen, die Bewegung in der dritten Dimension und unterschiedliche Strömungsverhältnisse. Beim Orientierungstauchen wird dieses zur Wettkampfdisziplin: Die Taucher müssen Parcours von mehreren hundert Metern Länge unter Wasser absolvieren. Meistens haben die Wettkämpfer nur einen Kompass zur Verfügung. Bei manchen Wettkampfarten kann auch mit speziellem Tauchgerät und einem Streckenmessgerät getaucht werden.

Strömungstauchen

Das Strömungstauchen ist eine Gerätetauch-Technik, die es erlaubt, in Gewässern mit einer Strömung zu tauchen. Der Taucher kann sich dabei mit der Strömung treiben lassen und erlebt so das Gefühl, unter Wasser zu fliegen. Strömungstauchen in Flüssen, Bächen und Kanälen kann spektakulär sein, ist aber oft nicht ungefährlich. Im Meer, Seen und Teichen, sind Strömungen oft weniger stark und das Strömungstauchen ist damit weniger gefährlich.

Tieftauchen

Anders als beispielsweise in Spanien oder Frankreich gibt es für das Tauchen in Deutschland oder der Schweiz keine gesetzlichen Vorgaben. Die Tauchtiefe wird jedoch aus Sicherheitsgründen für normale Sporttaucher wie für technische Taucher meist begrenzt. Gemäß Europäischer Norm ISO 24801 gilt als „Tieftauchen“ für Sporttaucher ein Tauchgang ab 18 oder 20 m Wassertiefe. Dies soll auch gleichzeitig die maximale empfohlene Tiefe für Anfänger sein. Erfahrenen Sporttauchern wird eine Maximaltiefe von 30 m empfohlen, mit spezieller Ausbildung oder Erfahrung – je nach Ausbildungsorganisation – kann das Tiefenlimit bis 40 m sein. Größere Tiefen sind meisten Tauchern mit einer Tec-Taucher-Ausbildung vorbehalten, die mit den geeigneten Atemgasgemischen für größere Tiefe umzugehen wissen.

Da ein sicherer Aufstieg zur Oberfläche aus einer Tiefe von 20 m etwa zwei Minuten benötigt, sollen mit diesen Tiefenempfehlungen die Risiken, z. B. eines Dekompressionsunfalls, für unerfahrene Taucher gesenkt werden. Mit zunehmender Tiefe sinken die Nullzeiten und die Aufstiegszeiten verlängern sich. Unter Umständen müssen Dekompressionsstopps auf unterschiedlichen Tiefen eingehalten werden, wenn die maximalen Nullzeiten überschritten wurden, was gerade Tauchanfänger leicht überfordern kann.

Wracktauchen

Beim Wracktauchen werden versunkene Flugzeuge, Fahrzeuge oder Schiffe, deren Ladung und oder versunkene Gebäude betaucht. Wracktauchplätze finden sich auf der ganzen Welt. Das Auflaufen auf ein Riff oder das Sinken in Stürmen sind neben der gewollten Versenkung die häufigsten Ursachen für den Untergang der Objekte. Befindet sich das Wrack einmal am Meeresboden, wird es vielfach von Lebewesen als Lebensraum erschlossen. Schnell siedeln sich niedere Pflanzen, insbesondere Algen, und Korallen und andere Tiere an der Metalloberfläche an. Durch diesen Bewuchs verwischen sich mit der Zeit die klaren Konturen des Objektes und der Taucher kann das Wrack aus der Entfernung nur noch schemenhaft erkennen. Das trägt auch zur Faszination des Wracktauchens bei. Der Taucher erfreut sich an der meist vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt an diesen „künstlichen Riffen“. Gut ausgebildete Sport- und Tec-Taucher erkunden auch die Innenräume von Wracks. Dabei sind allerdings große Vorsicht und Sicherungsmaßnahmen – ähnliche wie beim Höhlentauchen – und eine besondere Ausbildung erforderlich.