Air-Trapping

Besonders gefährlich ist das (unerkannte weil unbemerkte) Air Trapping beim Tauchen, da sich die in der Tiefe unter erhöhtem Druck eingeatmete Luft beim Auftauchen ausdehnt. Da die Luft – beispielsweise in einer Emphysemblase -„gefangen“ ist, also nur sehr verzögert abgeatmet werden kann, dehnt sich das Volumen beim zu raschen Auftauchen aus und kann zur Überdehnung bis hin zum Riss des Lungengewebes führen. Man spricht in diesem Fall auch von einem pulmonalen Barotrauma (PBT). Hierdurch kann je nach Lokalisation der Emphysemblase sowohl ein Pneumothorax entstehen als auch eine arterielle Gasembolie (AGE).

Arterielle Gasembolie

Eine arterielle Gasembolie (AGE) ist ein Vorfall mit potenziell katastrophalen Folgen, der dann vorkommt, wenn Luftblasen in das arterielle Gefäßsystem eindringen oder sich dort bilden und den Blutfluss verstopfen, wodurch sie Organischämien verursachen. Eine arterielle Gasembolie kann ZNS-Schäden verursachen, die zu raschem Bewusstseinsverlust führen, andere ZNS-Symptome oder beides verursachen; sie kann auch andere Organe beeinträchtigen. Die Diagnose wird klinisch gestellt und kann durch bildgebende Verfahren bestätigt werden. Die Behandlung besteht in einer sofortigen Rekompression.

Barotrauma

Ein Barotrauma (Druckverletzung) ist eine Gesundheitsstörung, die durch Änderungen des Umgebungsdrucks und dessen Auswirkungen auf luftgefüllte Hohlräume verursacht wird.

Neben dem Ausmaß der Druckänderung ist auch die Geschwindigkeit der Druckänderung für das Entstehen eines Barotraumas verantwortlich. Beim Menschen können alle luftgefüllten Hohlräume betroffen sein, unabhängig davon, ob die Hohlräume natürlichen, künstlichen oder krankhaften Ursprungs sind. Hierzu zählen Lungen, Mittelohr (Trommelfell), Nasennebenhöhlen, Karieshöhlen und gasgefüllte Hohlräume zwischen fest anliegenden Kleidungsstücken und Haut (zum Beispiel Taucheranzug oder Maske).

Dekompressionskrankheit

Als Dekompressionsunfall oder -krankheit werden verschiedene Verletzungen durch Einwirkung von Überdruck beziehungsweise von zu schneller Druckentlastung bezeichnet. Die Verletzungen treten vor allem bei Tauchunfällen auf und werden deshalb auch als Taucherkrankheit oder Caissonkrankheit (vom Senkkasten) bezeichnet. Die gemeinsame Ursache aller Dekompressionsunfälle ist die Bildung von Gasblasen im Körperinneren.

Eustachische Röhre

Die Eustachi-Röhre, auch Ohrtrompete, ist eine bei Erwachsenen etwa 3,5 Zentimeter lange paarige, röhrenartige Verbindung zwischen dem Mittelohr und dem Nasenrachen. Sie zieht durch die hintere Etage des Canalis musculotubarius und ist nach dem italienischen Anatomen Bartolomeo Eustachi benannt, der sie als erster beschrieb.

Über die Ohrtrompete kann ein Luftdruckausgleich stattfinden, so dass der Druck im Mittelohr dem im Nasenrachenraum und somit dem Außendruck angeglichen wird. Diesen Druckausgleich ermöglichen v. a. der Schluckakt und das Gähnen, da sich die rachenseitige Öffnung der Tuba pharyngotympanica, das Ostium pharyngicum tubae auditivae, dabei öffnet. Durch Schließen oder Zuhalten von Mund und Nase und gleichzeitigen Ausatmungsversuch kann der Druck im Nasen-Rachen-Raum erhöht und ein passives Öffnen der Eustachischen Röhre erreicht werden (Valsalva-Manöver). Damit wird ein Druckausgleich zwischen Außenluft und Mittelohr möglich.

Pleuraspalt

Die Pleurahöhle ist der enge (kapilläre) Spaltraum in der Brusthöhle zwischen dem Wandblatt und dem Lungenüberzug der Pleura („Brustfell“). Da dieser Raum sehr klein ist, wird auch der Begriff Pleuraspalt verwendet.

Pneumothorax

Der Pneumothorax ist ein meist akut auftretendes, je nach Ausprägung lebensbedrohliches Krankheitsbild, bei dem Luft in den Pleuraspalt gelangt und damit die Ausdehnung eines Lungenflügels oder beider Lungenflügel behindert, sodass diese für die Atmung nicht oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen.