Air-Trapping

Besonders gefährlich ist das (unerkannte weil unbemerkte) Air Trapping beim Tauchen, da sich die in der Tiefe unter erhöhtem Druck eingeatmete Luft beim Auftauchen ausdehnt. Da die Luft – beispielsweise in einer Emphysemblase -„gefangen“ ist, also nur sehr verzögert abgeatmet werden kann, dehnt sich das Volumen beim zu raschen Auftauchen aus und kann zur Überdehnung bis hin zum Riss des Lungengewebes führen. Man spricht in diesem Fall auch von einem pulmonalen Barotrauma (PBT). Hierdurch kann je nach Lokalisation der Emphysemblase sowohl ein Pneumothorax entstehen als auch eine arterielle Gasembolie (AGE).

Arterielle Gasembolie

Eine arterielle Gasembolie (AGE) ist ein Vorfall mit potenziell katastrophalen Folgen, der dann vorkommt, wenn Luftblasen in das arterielle Gefäßsystem eindringen oder sich dort bilden und den Blutfluss verstopfen, wodurch sie Organischämien verursachen. Eine arterielle Gasembolie kann ZNS-Schäden verursachen, die zu raschem Bewusstseinsverlust führen, andere ZNS-Symptome oder beides verursachen; sie kann auch andere Organe beeinträchtigen. Die Diagnose wird klinisch gestellt und kann durch bildgebende Verfahren bestätigt werden. Die Behandlung besteht in einer sofortigen Rekompression.

Barotrauma

Ein Barotrauma (Druckverletzung) ist eine Gesundheitsstörung, die durch Änderungen des Umgebungsdrucks und dessen Auswirkungen auf luftgefüllte Hohlräume verursacht wird.

Neben dem Ausmaß der Druckänderung ist auch die Geschwindigkeit der Druckänderung für das Entstehen eines Barotraumas verantwortlich. Beim Menschen können alle luftgefüllten Hohlräume betroffen sein, unabhängig davon, ob die Hohlräume natürlichen, künstlichen oder krankhaften Ursprungs sind. Hierzu zählen Lungen, Mittelohr (Trommelfell), Nasennebenhöhlen, Karieshöhlen und gasgefüllte Hohlräume zwischen fest anliegenden Kleidungsstücken und Haut (zum Beispiel Taucheranzug oder Maske).

CNS

Das zentrale Nervensystem oder Zentralnervensystem, kurz ZNS (englisch CNS), ist ein Teilsystem des Nervensystems aller „Zweiseitentiere“ (Bilateria). Die Abgrenzung zum peripheren Nervensystem wird allein nach der Lage getroffen, funktionell sind beide Anteile des Nervensystems eng miteinander verflochten. Bei Wirbeltieren bilden Gehirn und Rückenmark das zentrale Nervensystem, dessen Strukturen und Steuerungen auch als zentralnervös bezeichnet werden.

Dehydratation

Eine übermäßige Abnahme der Körperflüssigkeit entweder durch pathologisch verringerte Flüssigkeitsaufnahme oder durch unzureichende Flüssigkeitszufuhr (bei Nichtverfügbarkeit von Trinkwasser und anderen Getränken) oder bei krankhaft gesteigertem Flüssigkeitsverlust. Flüssigkeit wird über den Magen-Darm-Trakt (Stuhlgang), die Lunge (Atemluft), die Nieren (den Urin), über die Haut (Transpiration) abgegeben.

Dekompressionskrankheit

Als Dekompressionsunfall oder -krankheit werden verschiedene Verletzungen durch Einwirkung von Überdruck beziehungsweise von zu schneller Druckentlastung bezeichnet. Die Verletzungen treten vor allem bei Tauchunfällen auf und werden deshalb auch als Taucherkrankheit oder Caissonkrankheit (vom Senkkasten) bezeichnet. Die gemeinsame Ursache aller Dekompressionsunfälle ist die Bildung von Gasblasen im Körperinneren.

Essoufflement

(Franz. = außer Atem geraten) Kohlendioxidvergiftung durch Ermüdung der Atemmuskulatur und schneller, ineffektiver Atmung.

Ein Taucher muss sich mehr anstrengen, um sich ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, abhängig von der Tauchtiefe und nicht selten wegen einem engen Tauchanzug. Der Atemwiderstand erhöht sich, wegen dem erhöhten Umgebungsdruck in grösseren Tauchtiefen. Dies führt zu einer Ermüdung der Atemmuskulatur und die Atmung wird flacher. Der Körper reagiert darauf mit einer erhöhten Atemfrequenz und der Taucher verfällt in eine Tachypnoe. Durch die zunehmende Atemfrequenz bei einer gleichzeitig flacher werdenden Atmung kann Kohlendioxid (CO2) nicht mehr vollständig ausgeatmet werden. Es entwickelt sich schleichend ein Essoufflement, welches letztlich in eine Kohlenstoffdioxidvergiftung führt und schwerwiegende Störungen bis hin zur Bewusstlosigkeit münden kann. Eine kurze Rast und bewusstes ruhiges Atmen bringen meist die Symptome eines Essoufflements zu verschwinden.

Eustachische Röhre

Die Eustachi-Röhre, auch Ohrtrompete, ist eine bei Erwachsenen etwa 3,5 Zentimeter lange paarige, röhrenartige Verbindung zwischen dem Mittelohr und dem Nasenrachen. Sie zieht durch die hintere Etage des Canalis musculotubarius und ist nach dem italienischen Anatomen Bartolomeo Eustachi benannt, der sie als erster beschrieb.

Über die Ohrtrompete kann ein Luftdruckausgleich stattfinden, so dass der Druck im Mittelohr dem im Nasenrachenraum und somit dem Außendruck angeglichen wird. Diesen Druckausgleich ermöglichen v. a. der Schluckakt und das Gähnen, da sich die rachenseitige Öffnung der Tuba pharyngotympanica, das Ostium pharyngicum tubae auditivae, dabei öffnet. Durch Schließen oder Zuhalten von Mund und Nase und gleichzeitigen Ausatmungsversuch kann der Druck im Nasen-Rachen-Raum erhöht und ein passives Öffnen der Eustachischen Röhre erreicht werden (Valsalva-Manöver). Damit wird ein Druckausgleich zwischen Außenluft und Mittelohr möglich.

Flachwasserbewusstlosigkeit

Eine Bewusstlosigkeit, die während der Auftauchphase eines Apnoe-Tieftauchgangs in geringer Wassertiefe ohne Warnsymptome durch plötzlichen O2-Mangel des zentralen Nervensystems auftritt, nennt man „Aufstiegs-Blackout“.

Die frühere Bezeichnung „Flachwasser-Ohnmacht“ oder „Flachwasserbewusstlosigkeit“ wird nicht mehr verwendet, da sie zu Verwechslungen mit anderen Krankheitsbildern führen kann. Hyperventilation ist keine zwingende Voraussetzung für das Auftreten eines Aufstiegs-Blackouts.

Hyperkapnie

Unter Hyperkapnie versteht man einen erhöhten Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut.

Dieser kann über den Partialdruck definiert werden; der normale Wert (Kohlenstoffdioxid-Partialdruck im menschlichen Blut) liegt bei 40 mmHg für Arterialblut. Ab einem Wert von zirka 45 mmHg spricht man von einer Hyperkapnie. Es gibt Menschen, die durch eine chronische Minderfunktion ihrer Atmung eine dauerhafte Hyperkapnie aufweisen und daran adaptiert sind. Ab einem Wert von zirka 60 mmHg kommt es zu einer zunehmenden CO2-Narkose.

Hyperoxie

Zu hoher Sauerstoffpartialdruck der zu entsprechenden Vergiftungserscheinungen führen kann.

Hyperthermie

Hyperthermie ist eine Überwärmung / Überhitzung des Körpers gegen die Tendenz des Wärmeregulationszentrums. Im Gegensatz zum Fieber ist sie nicht durch Pyrogene ausgelöst und spricht daher nicht auf fiebersenkende Medikamente an.

Hyperventilation

Bei einer Hyperventilation handelt es sich um eine über den Bedarf gesteigerte Lungenbelüftung. Sie geht mit einer Abnahme des Kohlenstoffdioxid-Partialdruckes (CO2) im Blut einher. Wurde vor dem Atemanhalten hyperventiliert, so kann der CO2-Teildruck im arteriellen Blut bei Beginn des Streckentauchens gesenkt werden. Dies hat zur Folge, dass der CO2-Teildruck im arteriellen Blut wegen der unveränderten CO2-Produktion erst viel später zu einem starken Atemreiz führt und die Gefahr eines O2-Mangels (Schwimmbad-Blackout) ohne Warnsymptome für den Taucher besteht.

Hypothermie

Die Hypothermie oder Unterkühlung ist ein Zustand nach Kälteeinwirkung auf den Körper, das heißt die Wärmeproduktion war über längere Zeit geringer als die Wärmeabgabe. Die Unterkühlung kann Gesundheitsschäden oder den Tod herbeiführen. Bei nur lokalen Kälteeinwirkungen kommt es zu Erfrierungen. Bei Unfällen am Wasser oder im Gebirge haben die Helfer in der Wasserrettung und dem Bergrettungsdienst immer auch von einer Unterkühlung des Patienten auszugehen.

Hypoxie

Ein zu geringer Sauerstoffpartialdruck, der sehr schnell zu Ohnmacht führen kann.

Pendelatmung

Wiedereinatmen der eigenen Ausatemluft durch einen überlangen oder zu dicken Schnorchel. Gefahr einer Kohlendioxidvergiftung!

PFO

Das Foramen ovale ist eine klappenartige Verbindung zwischen dem rechten und linken Vorhof des Herzens. Während der Schwangerschaft besteht durch diese Öffnung eine gewollte Kurzschlussverbindung bei jedem ungeborenen Kind, da der Lungenkreislauf aus dem rechten Herzen noch nicht aktiv ist. Nach der Geburt in den ersten Lebenstagen bis -wochen kommt es in den meisten Fällen zu einem Verschluss dieser Kurzschlussverbindung.

Bei ca. 25 % der Menschen verschließt sich das Loch nicht vollständig. In diesem Fall spricht man von einem persistierenden (=durchlässigen) Foramen ovale, PFO. Beeinträchtigungen treten im normalen Alltag bei den Betroffenen nicht auf. Nur bei sehr großen Defekten kann ein Herzgeräusch nachweisbar sein und Beschwerden bei Belastung auftreten.

Weitere Informationen

Pleuraspalt

Die Pleurahöhle ist der enge (kapilläre) Spaltraum in der Brusthöhle zwischen dem Wandblatt und dem Lungenüberzug der Pleura („Brustfell“). Da dieser Raum sehr klein ist, wird auch der Begriff Pleuraspalt verwendet.

Pneumothorax

Der Pneumothorax ist ein meist akut auftretendes, je nach Ausprägung lebensbedrohliches Krankheitsbild, bei dem Luft in den Pleuraspalt gelangt und damit die Ausdehnung eines Lungenflügels oder beider Lungenflügel behindert, sodass diese für die Atmung nicht oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Residualvolumen

Das Residualvolumen (RV) bezeichnet die Menge Atemluft, die permanent in der Lunge vorgehalten wird (d.h. nicht willkürlich ausgeatmet werden kann) und je nach Alter ca. 1,5 Liter (bei einem erwachsenen Menschen) beträgt. Erst im Falle des Ablebens (bzw. bei äußerer Gewalteinwirkung oder bei Auftreten eines Pneumothorax unterschiedlicher Ursache) kann die der Lungenkapazität zugerechnete Lungenluft entweichen.

Sauerstoffvergiftung

Unter einer Sauerstoffvergiftung (Sauerstofftoxikose) versteht man die schädigende Wirkung hoher Sauerstoffkonzentration in der Atemluft auf den Körper. Diese treten vor allem unter erhöhtem Druck auf bei Überschreitung der MOD (Maximum Operating Depth / Maximalte Tauchtiefe / Sauerstoffpartialdruck > 1,6 bar)

Schwimmbad-Blackout

Als Schwimmbad-Blackout bezeichnet man eine Bewusstlosigkeit, die während des Streckentauchens ohne Warnsymptome durch plötzlichen O2-Mangel des zentralen Nervensystems auftritt.

Der Schwimmbad-Blackout tritt häufig nach einer Hyperventilation vor dem Tauchversuch auf, jedoch ist er bei trainierten Tauchern auch ohne Hyperventilation möglich.

Tiefenrausch

Tiefenrausch, auch Stickstoff- oder Inertgas­narkose genannt, ist ein rauschartiger Zustand, der beim Tauchen ab ca. 30 m Tiefe auftreten kann. Ein zu hoher Stickstoffpartialdruck kann aufgrund der starken Lipid­löslichkeit von Stickstoff Störungen des Zentralnervensystems auslösen. Beim Tiefenrausch gehen diese mit schweren kognitiven Einschränkungen und einer lebensbedrohlichen Euphorie einher. Er wird durch sofortiges Aufsteigen in geringere Tiefe therapiert. Dabei kann, unabhängig vom Tiefenrausch, durch zu schnelles Auftauchen die Dekompressionskrankheit eintreten.

Valsalva-Manöver

Zum Druckausgleich im Mittelohr: Über die Eustachische-Röhre kommt es beim Valsalva-Versuch zum Druckausgleich zwischen Nasen-Rachen-Raum und Mittelohr. Bei intaktem Trommelfell wölbt sich dieses dabei nach außen, was mittels eines Otoskops beobachtet werden kann. Angewendet wird er z.B. bei Flügen, Aufzugs- oder Seilbahn-Fahrten oder auch beim Tubenkatarrh und Paukenerguss. Taucher wenden ihn regelmäßig zur Anpassung des Mittelohrdrucks an den Wasserdruck an, um ein Barotrauma zu vermeiden.